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Allgemeine Zeitung Bad Sobernheim
Liebestolle Rehe queren die Straße
Jäger warnen vor erhöhter Unfallgefahr

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Vom 21.07.2008
 
red. BAD SOBERNHEIM Etwa ab der dritten Juli-Woche bis zur zweiten August-Woche schweben die Rehe auf Wolke sieben. Dann wird es besonders gefährlich auf den Straßen in der Verbandsgemeinde: Blind vor Liebe überqueren die Tiere auch tagsüber die Fahrbahn.

Besonders auf Landstraßen, die große Wald- und Feldbereiche durchqueren, steigt in der Paarungszeit der Rehe das Risiko eines Wildunfalls, wie die Jägerschaft Bad Sobernheim mitteilt. Hegeringleiter Klaus Nieding rät allen Verkehrsteilnehmern, entsprechend langsam zu fahren, um rechtzeitig bremsen zu können.

"In unserer ländlichen Verbandsgemeinde Bad Sobernheim führen im Verhältnis gesehen viele Straßen durch Wald und Feld", erläutert Nieding. "Da ist es unvermeidbar, dass Reh, Wildschwein und Co. auf ihrem Weg durch Feld und Flur Fahrwege passieren."

Verkehrsteilnehmer sollten das Unfallrisiko nicht unterschätzen: Von April 2007 bis März 2008 kollidierten bundesweit 225 000 Fahrzeuge mit großen Wildtieren.

"Vor allem in der momentanen Blattzeit, wie wir Jäger die Brunftzeit des Rehwildes nennen, sollten Autofahrer stets aufmerksam fahren und die Straßenränder im Auge behalten", betont Nieding. Dabei ist doppelte Vorsicht geboten. Denn ein Reh kommt in der Paarungszeit selten allein - meist folgt einer Ricke der interessierte Rehbock und oft auch noch ein Kitz. "Taucht Wild auf der Fahrbahn auf, sollte das Licht sofort abgeblendet, gebremst und gehupt werden", so der Hegeringleiter. Ist ein Zusammenstoß nicht zu verhindern, bleibt dem Fahrer nur die Vollbremsung, wobei er das Lenkrad gerade halten sollte. Gefährlich sind unkontrollierte Ausweichmanöver, da das Auto vor allem bei hohen Geschwindigkeiten sehr schnell ins Schleudern gerät. "Die Aufprallenergie eines Rehs ist nicht zu unterschätzen", so Nieding weiter. "Wenn das Reh 17 Kilo wiegt, liegt bei Tempo 50 das Auftreffgewicht bei 425 Kilo. Bei Tempo 70 sind es dann schon 850 Kilo."

Ursache für die vermehrte Aktivität der Rehe ist ihr aufwendiges Liebeswerben. Nähert sich ein Rehbock, ergreift das paarungsbereite Weibchen zunächst die Flucht - um ihn dann immer wieder anzulocken. Kilometerweit durch Wald, Feld und über Straßen führende Verfolgungsjagden sind nicht ungewöhnlich. Vielerorts hinterlassen die werbenden Rehe ringförmige Muster in Wiesen und Feldern, die so genannten Hexenringe. Sie entstehen, wenn der Rehbock das Weibchen im Kreis vor sich hertreibt.
Mit Wildwechsel muss jetzt zu jeder Tageszeit gerechnet werden. Besonders gefährdet sind Straßenabschnitte, in denen das Zeichen "Wildwechsel" aufgestellt ist, wie etwa auf der Kreisstraße zwischen Meddersheim und Meisenheim oder zwischen Meddersheim und Kirschroth.

 
 


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