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Allgemeine Zeitung Bad Sobernheim

Liebestolle Rehe auch auf den Straßen
Jäger warnen vor erhöhter Unfallgefahr / In bewaldeten Gebieten mit großer Vorsicht fahren


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Vom 19.07.2007

red. RHEIN-NAHE Wenn Rehe ab Mitte Juli auf Wolke sieben schweben, wird es gefährlich auf deutschen Straßen: Blind vor Liebe überqueren die Tiere auch tagsüber vermehrt die Fahrbahn. Besonders auf stark befahrenen Landstraßen steigt das Risiko eines Wildunfalls.  
Hans Roos, Pressesprecher der Kreisgruppe der Jäger im Landes Jagd Verband (LJV) appelliert daher, Autofahrer sollten deshalb in der Paarungszeit der Rehe bis Mitte August entsprechend langsam fahren, um rechtzeitig bremsen zu können.

"Über 140000 Kilometer Straßen zerschneiden die Landschaft", erläutert Roos. "Da ist es unvermeidbar, dass Reh, Wildschwein und Co. auf ihrem Weg durch Feld und Flur Fahrwege passieren." Verkehrsteilnehmer sollten das Unfallrisiko nicht unterschätzen, wie die Statistik des Deutschen Jagdschutz Verbandes (DJV) zeigt: Von April 2006 bis März 2007 kollidierten 225000 Fahrzeuge mit großen Wildtieren; rund 200000 Rehe verloren ihr Leben auf der Straße. Jährlich verletzen sich bei Wildunfällen etwa 2500 Menschen, mehrere Dutzend sterben.

"Vor allem in waldreichen Gebieten sollten Autofahrer stets aufmerksam fahren und die Straßenränder im Auge behalten", betont Roos. Dabei ist doppelte Vorsicht geboten. Denn ein Reh kommt in der Paarungszeit selten allein - meist folgt einer Ricke der interessierte Rehbock und oft auch noch ein Kitz. "Taucht ein Wildtier auf der Fahrbahn auf, sollte das Licht sofort abgeblendet, gebremst und gehupt werden", rät Roos. Ist ein Zusammenstoß nicht zu verhindern, bleibt dem Fahrer nur die Vollbremsung übrig, wobei er das Lenkrad gerade halten sollte. Gefährlich sind unkontrollierte Ausweichmanöver, da das Auto vor allem bei hohen Geschwindigkeiten sehr schnell ins Schleudern gerät.

Klaus Nieding, Hegeringleiter der Jägerschaft Bad Sobernheim, rät, jeder Kraftfahrer sollte nach dem Warnzeichen "Wildwechsel" erhöhte Vorsicht walten lassen. In der Regel führten zu Wildunfällen unkonzentriertes Fahren, Missachten der Warnschilder oder überhöhte Geschwindigkeit, seien sich die Experten einig. "Leider zählt das entsprechende Warnschild ´Wildwechsel´ zu den am häufigsten ignorierten beziehungsweise sogar nicht wahrgenommenen Schildern der Straßenverkehrsordnung. Dabei werden diese Zeichen nur an Stellen aufgestellt, wo es eine signifikante Häufung von Wildunfällen gibt", so Hegeringleiter Nieding. Die Jägerschaft betont, dass in erster Linie die Sicherheit auf der Straße für die Verkehrsteilnehmer und dann erst für das Wild gelten muss.

Ursache für die vermehrte Aktivität der Rehe ist ihr aufwendiges Liebeswerben. Bei der Annäherung eines Rehbockes ergreift das paarungsbereite Weibchen zunächst die Flucht - um ihn dann immer wieder anzulocken. Kilometerweit durch Wald, Feld und über Straßen führende Verfolgungsjagden sind dabei nicht ungewöhnlich. Vielerorts hinterlassen die werbenden Rehe ringförmige Muster in Wiesen und Feldern, die so genannten Hexenringe. Sie entstehen, wenn der Rehbock das Weibchen im Kreis vor sich hertreibt.

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