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Allgemeine Zeitung
Frei laufende Hunde sind jetzt eine Gefahr
Appell von Hegeringleiter Nieding


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Vom 19.05.2006

red. BAD SOBERNHEIM "Der Mai ist gekommen..." - und mit ihm die Brut- und Setzzeit in der freien Natur. Bodenbrüter wie Fasan, Rebhuhn, Lerche, Kiebitz, Wildente und Wachtel, aber auch frei lebenden Wildtiere wie vor allem die Rehe haben jetzt ganz besonderen Schutz nötig. In der modernen Freizeitgesellschaft kämpfen sie nicht nur mit zunehmender Beunruhigung und Verkleinerung ihrer Lebensräume. Frei laufende Hunde in Wald und Feld stellen eine besondere Gefahr für diese Tier- und Vogelarten dar. Darauf macht die Jägerschaft im Hegering Bad Sobernheim, Hegeringleiter Klaus Nieding aufmerksam. Die Jäger appellieren an die Hundebesitzer, zumindest in den kommenden Wochen bis Ende Juni ihre Vierbeiner bei Ausflügen in Wald und Feld möglichst anzuleinen.

Gefährdet

Hegeringleiter Nieding weist auf die besonderen Gefahren hin: "Vor allem hochträchtige Rehe, die in ihrer Bewegungsfreiheit und Fluchtmöglichkeit stark eingeschränkt sind, sind jetzt im Frühjahr mitsamt ihren ungeborenen Kitzen besonders gefährdet durch frei laufende Hunde." So mancher Hund, der ansonsten aufs Wort gehorcht, wird überraschend unberechenbar, wenn er eine frische Fährte aufgenommen hat, weiß Nieding. Dies kann gerade während der momentanen Brut- und Setzzeit fatale Folgen haben: "Man stelle sich nur vor, der eigene Hund verletzt oder tötet ein Rehkitz, welches in Folge dessen jämmerlich zugrunde geht. Diese Erfahrung wird man als Hundehalter nicht machen wollen."

Häufig argumentieren die Halter, ihre Hunde seien friedlich. Dabei verkennen sie aber, dass es für aufgestöberte Jungtiere wie Rehkitze oft schon tödlich ist, wenn sie vom Hund aufgescheucht werden und dabei wegen einer kleinen Berührung auch nur teilweise dessen Geruch annehmen. Das Elterntier nimmt bereits die kleinste Veränderung der Witterung wahr und lässt dann seinen Nachwuchs unversorgt - dessen qualvolles Zugrundegehen ist die grausame Folge.

Streunende Hunde vertreiben auch Bodenbrüter wie Rebhuhn, Lerche, Kiebitz, Wildente und Wachtel von ihren Nestern. Deren Eier und Junge werden dann ein leichtes Opfer von Krähen und Elstern oder kühlen aus. Die Hundehalter selbst können diesen Vorgang meistens überhaupt nicht wahrnehmen, wenn sich das Geschehen im dichten Gras oder Unterholz abspielt. "Es reicht bei den Bodenbrütern, wenn sich der brütende Vogel infolge Aufstöberns durch einen Hund vom Nest entfernt", betont Hegeringleiter Nieding weiter.

Vorschriften

Nieding weist insoweit auch auf die einschlägigen Rechtsvorschriften hin. Danach darf der Hund nur dann frei von der Leine laufen, wenn er sich im Einwirkungsbereich des Hundehalters befindet, er muss also sicher auf Pfiff oder Zuruf gehorchen. Nach der neuen Gefahrenabwehrverordnung der Verbandsgemeinde sind Hunde außerdem außerhalb der Ortslagen beim Freilauf grundsätzlich umgehend anzuleinen, wenn sich andere Personen nähern. Hiervon ausgenommen sind lediglich bestimmte Dienst- und Gebrauchshunde wie Blindenhunde oder Jagdhunde im Rahmen der Jagdausübung.

Wenn trotzdem einmal ein Rehkitz oder anderes Jungtier aufgefunden wird, bittet Hegeringleiter Nieding alle Beteiligten, das Wildtier nicht anzufassen: "Solange das Tier keine menschliche Witterung annimmt, wird es vom Muttertier in der Regel wieder angenommen. Spaziergänger, die ein Rehkitz finden, werden deshalb dringend gebeten, sich dem Tier nicht zu nähern oder es gar anzufassen. Im Zweifelsfall sollte man umgehend den zuständigen Jagdpächter informieren, dessen Adresse man etwa bei den Ortsbürgermeistern erhält. Der Jagdpächter kümmert sich dann um alles weitere."


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