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Allgemeine Zeitung
Jäger wollen sich nicht abkapseln

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Klaus Nieding übernimmt Hegering Bad Sobernheim / Weiter Protest gegen die Kreisverwaltung

Vom 08.03.2006

Von Steffen Carmin

MONZINGEN Für die 40 Mitglieder des Hegerings Bad Sobernheim hatte Leiter Professor Jörg Kniffka in der Hegeringversammlung in der Festhallen-Gaststätte gute Kunde. So ist die Tollwut in den benachbarten Kreisen schon bestätigt, Bad Kreuznach blieb aber bisher verschont. Damit das so bleibt, wird es in diesem Jahr zwei Impfungen per Flugzeugauslage geben, die durch zusätzliche per Hand ausgegebene Köder in der Nähe von Wohngebieten und Sportanlagen unterstützt werden.

Beim Schwarzwild entwickelt sich die Gebühr für die Trichinenschau in eine für die Jäger sehr bedenkliche Richtung: Der Preis für die Untersuchung stieg von bisher 3,85 Euro auf 12,88 Euro. Den Anstieg um fast 400 Prozent erklärt die Kreisverwaltung damit, dass der Preis nun kostendeckend gerechnet sei. Der Kreisjagdverbands-Vorsitzende Ralf Rauschenplat sieht die Jägerschaft in einer kritischen Situation: "Es lohnt sich einfach nicht mehr, einen Frischling von 10 Kilogramm zu schießen, für den man zwanzig Euro bekommt. Dabei sollen wir doch gerade in die Frischlingklasse eingreifen. Und das jetzt, wo die Europäische Schweinepest wieder auf dem Vormarsch ist." Von Seiten der Versammlung wurden mehrere Stimmen laut, die die Informationspolitik des Kreises stark bemängelten.

Bei der Entsorgung von verunfalltem Wild rief Rauschenplat die Jäger dazu auf, weiterhin so zu verfahren: "Lassen Sie es die entsorgen, denen es obliegt: Nämlich den Grundstückseigentümern!" Diese Haltung ist das Druckmittel der Jäger gegen die Jagdsteuer, die es außer in Rheinland-Pfalz noch in zwei weiteren Bundesländern gibt und diese Strategie wird vor allen Dingen im Kreis Bad Kreuznach verfolgt. Dass der Landesjagdverband mit seiner Haltung Erfolg haben wird, steht für den Kreisverband außer Frage.

Nach acht Jahren als Leiter gab Kniffka seinen Posten ab und wollte sich eigentlich ganz zurückziehen. Er ließ sich dann aber doch mangels Alternativen, da der bisherige Stellvertreter Joachim Karch aus Zeitgründen ebenfalls nicht mehr kandidieren wollte, ohne Gegenstimme zum Stellvertreter wählen. Neuer starker Mann im Hegering ist nun erwartungsgemäß Klaus Nieding. Der Neu-Meddersheimer, im Jagdrecht kundiger Mitpächter der Reviere Meddersheim 1 und 3 und baldiger Pächter von Sobernheim 1, welches den gesamten Stadtwald umfasst, ließ sich ohne Gegenstimme an die Spitze des Hegerings wählen und kündigte eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit an: "Wir haben in der Vergangenheit den Fehler gemacht, uns zu sehr abzukapseln."

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