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Rotwildring schießt Rekordergebnis



Kempenich - Mit Inkrafttreten des neuen Landesjagdgesetzes hat der Rotwildring Ahrweiler-Mayen eigentlich seine Daseinsberechtigung verloren. Für den Fortbestand als freiwilliger Zusammenschluss der Hegegemeinschaften machte sich "Noch-Vorsitzender" Ralf Mocken stark: "Es wäre äußerst schade, wenn wir auf eine Veranstaltung verzichten müssten, bei der auch alte Hasen noch sehr viel Neues lernen können."

Gemeint ist die Lehrschau, bei der diesmal 88 Rotwild- und vier Muffel-Trophäen ausgestellt waren. Viel Bewunderung ernteten die neun Klasse-I-Hirsche. Allen voran das im Revier Dümpelfeld II von Kim Keune-Dückers erlegte Tier, das es auf 189,24 Punkte brachte. Die mit 181,22 Punkten bewertete Trophäe aus dem Revier Kaltenborn belegte Platz zwei, der im Revier Kesseling I zur Strecke gebrachte Hirsch wurde mit 178,72 Punkten Dritter. Kreisjagdmeister Joachim Polch nannte es ein Trauerspiel und ein Manko an Glaubwürdigkeit, dass schon seit vielen Jahren nicht alle Geweihe angeliefert werden. Sein Fazit zur Qualität: "Es ist diesmal zwar kein kapitaler Hirsch dabei, aber einige recht stattliche für unsere Region."

Weniger Rotwild im Kerngebiet
Mit 1504 Stück Rotwild (fast 250 mehr als im Vorjahr) wurde das bisher höchste Abschussergebnis erzielt. Dies entspricht 86 Prozent der Sollerfüllung. Im Kreis Ahrweiler wurden sogar 90 Prozent erreicht. Die Zahlen belegten, so Mocken, dass ehemalige Randreviere über deutlich höhere Rotwildbestände verfügen, während die Zahlen im Kerngebiet zurückgingen. "Der Gesetzgeber sieht dennoch keine Notwendigkeit, die Bewirtschaftungsgebiete zu ändern oder gar abzuschaffen. Es will mir nicht in den Kopf, dass Menschen darüber bestimmen wollen, wo Rotwild sich wohl fühlt und wo nicht", sagte Mocken.

Ohne Staatsexamen kein Jäger?
Klaus Nieding, Justiziar des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz, hatte es kommen sehen: "Es ist das dicke Ende auf der Verordnungsebene." Nach seiner Einschätzung enthalte die "mit heißer Nadel gestrickte" Landesjagdverordnung noch "Kröten, die geschluckt werden müssen".
Seine nicht ganz ernst gemeinte Befürchtung: ein juristisches Staatsexamen als Voraussetzung für künftige Jäger. In seiner Darstellung der wesentlichen gesetzlichen Bestimmungen standen die Absenkung der Mindestpachtdauer auf acht Jahre, die Anhebung der jagdausübungsberechtigten Personen, die Zwangsmitgliedschaft in Hegegemeinschaften und vor allem die geforderten Abschussvereinbarungen und deren Fixierung auf vorgegebenen Formblättern im Mittelpunkt.

"Es gilt der Grundsatz ,Wald vor Wild'. Das Waldbauliche Gutachten wird künftig eine besondere Rolle spielen", sagte Justiziar Nieding. Und weiter: "Die Pächter und Jäger sollten hier auf jeden Fall den Dialog mit den Forstbeamten suchen."



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