anwaelteleistungenpressekontaktimpressumlinks
 



Übersicht



Betäubungsgewehr streikt - Albinohirsch Hansi streift weiter durch die Wälder bei Weitersborn




01.08.2012 - BAD SOBERNHEIM
Von Wolfgang Ziegler
Hansi, der ausgebüxte und nun schon deutschlandweit bekannte weiße Hirsch, sollte betäubt, eingefangen und in das Gehege von Klaus Nieding am "Roten Hügel" südlich der Nahe gebracht werden. Jedoch streikte das Betäubungsgewehr in Klaus Niedings Hand, daher bekam Hansi noch eine "Schonzeit" in den Wäldern bei Weiterborn, wo ihn Jagdaufseher Gerd Hahn durch Futtergaben im Revier hielt.

Aufregend aber war schon allein die abendliche Suche nach dem Hirsch. Mit mehreren Fahrzeugen und einem Tiertransportanhänger machten sich Nieding und Tierarzt Dr. Jörg Maschtowski mit Begleitern auf in das Revier bei Weitersborn. Dr. Maschtowski hatte ein mit Druckluft betriebenes Betäubungsgewehr dabei, mit dem er dem Hirsch selbst den Pfeil mit dem von ihm wohldosierten Narkotikum in die stark durchblutete Keule schießen wollte. Auch bei dem angedachten Transport nach Bad Sobernheim wäre der Tierarzt für alle Fälle auf dem Anhänger direkt bei dem Tier gewesen, um es zu beobachten.

Hansi unaufhaltsam

Unterwegs schloss sich Jagdaufseher Hahn an, der Nieding und Dr. Maschtowski schließlich zu der Stelle führte, wo Hansi kurz vorher noch gesehen wurde. Ganz kurz zeigte sich dort der Hirsch auch, tauchte dann aber wohl angesichts der für ihn ungewohnten Menschengruppe schnell in nahe Dickungen ab und war so erst mal wieder verschwunden. Nieding, Maschtowski und Hahn kamen enttäuscht zurück. Nur ein schnelles Foto von dem Tier konnte Nieding mit seinem Smartphone machen. Dann jedoch zeigte sich Hansi erneut und trat in etwa 400 Meter Entfernung aus einem Waldrand witternd heraus...

Nieding und Maschtowski waren an Ort und Stelle, aber auch hier gab sich keine Möglichkeit zu einem Schuss, denn wieder verschwand Hansi fix im Dickicht. Nieding wollte aber dennoch nicht aufgeben. Als letzten Versuch dieses Tages ging er schließlich alleine mit dem Betäubungsgewehr von Dr. Maschtowski noch einmal zu der Stelle, wo der weiße Hirsch sich gezeigt hatte. Gespannt beobachteten alle Begleiter der Aktion nun das Geschehen aus der Ferne. Dort trabte Hansi auch wirklich wieder aus dem Wald auf die Wiese und lief wohl direkt auf Nieding zu, der an seinem Standort nicht gesehen werden konnte. Dann verschwand auch der Hirsch aus dem Sichtfeld. Zeit verging und Ruhe kehrt ein – man konnte nun annehmen, dass Nieding seinen Schuss mit dem Betäubungsmittel erfolgreich platziert hatte.

Umso größer die Überraschung, als Hansi wieder im Blickfeld erschien und nun mächtig ausgreifend zurück Richtung Waldrand floh. Einmal blieb er noch kurz stehen und die Beobachter dachten, er sei getroffen und könne nun aufgrund der Betäubung nicht mehr weiter. Doch dem war nicht so, der Hirsch verschwand bald wiederum zwischen den Bäumen.

Erst einmal wieder Ruhe für den Hirsch

Kurze Zeit später kam auch Nieding zurück und berichtete, was geschehen war. Bei seinem ersten Schuss mit dem Betäubungsgewehr verließ der Pfeil nicht einmal den Lauf. Er konnte aber noch einmal Druckluft nachpumpen, was Hansi auch nicht weiter störte. Doch auch der zweite Schuss misslang, denn viel Druckluft schien nach dem Abdrücken auch an der Seite des Gewehrs zu entweichen. Und den Pfeil fand Nieding mit noch immer gefüllter Betäubungsspritze dann auf der Wiese. Hansi war so für diesen Tag auch den hartnäckigsten Nachstellungen eindeutig entkommen.

Nun soll dem Tier aber auch erst einmal wieder Ruhe gegönnt werden, man wolle ihn ja nicht aus dem Revier vertreiben, sagte Nieding in Auswertung der Aktion. Jagdaufseher Hahn wird ihn weiter im Auge behalten und weiter anfüttern. Und dann wird man sehen, wie es weitergeht. Etwa sei auch zu große Hitze nicht gut für eine neue derartige Aktion, um Hansi wieder einzufangen, machte Nieding abschließend deutlich.



-------------------------------------------------------------------------------