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15.08.2003 (Wild und Hund, Nr. 16)
Ankündigung mit fatalen Folgen

Lebensmüder Jäger?

Ein Jagdausübungsberechtigter wird von seiner Lebenspartnerin verlassen. Da kurz zuvor sein Vater verstorben ist, an dem er sehr hing, erzählt er einem Freund im Gespräch: "Ich habe alles leid, am besten ist, ich erschieße erst meinen treuen Hund und dann mich." Diese einfach so daher gesagte - und keinesfalls ernst gemeinte - Ankündigung, nimmt der Freund zum Anlass, umgehend die Ortspolizeibehörden zu verständigen. Diese rücken mit allen verfügbaren Einsatzkräften aus und treffen den Mann auf dessen Hof an, wie er gerade Hund und Jagdwaffe ins Auto bringt, um auf den Rehbock zu jagen. Kurzum, es wird alles sicher gestellt - inclusive aller Jagdwaffen. Dann wird er in die psychiatrische Abteilung des Kreiskrankenhauses verbracht. Dort wird er eine Nacht zur Beobachtung festgehalten und am nächsten Morgen - als der zuständige Chefarzt der psychiatrischen Abteilung wieder im Dienst ist - umgehend entlassen, weil dieser weder eine Eigen-, noch eine Fremdgefährdung feststellen kann.

Dieses war aber erst der Tragödie erster Teil: Die zuständige Ordnungsbehörde will dem Jagdausübungsberechtigten seine Waffen und seinen Jagdschein erst übergeben, wenn ein amtsärztliches Gutachten über seine körperliche und psychologische Unbedenklichkeit vorliegt. Darüber hinaus steht die jagd- und waffenrechtliche Zuverlässigkeit auf dem Spiel.
RA Klaus Nieding